Marke Eigenbau

Folgt man der Etzelstraße in Mauenheim nach Norden, so sieht man, auf halber Strecke nach Longerich, zwischen einer Kleingartenanlage und dem rostigen Tor einer ausgedienten Kiesgrubenzufahrt, rechter Hand auf eine Dachlandschaft aus Teerpappe. Als ob sie unsichtbar sein wollten ducken sich die niedrigen Baukörper in eine Senke, so daß ihre Dächer kaum das Höhenniveau der Straße haben, auf der man sich an ihnen vorbei fährt. Neugierig geworden sucht man nach einem Zugang zu dieser Welt. War da nicht eben eine Seitenstraße gewesen? So ne ganz kleine mit jeder Menge Schlaglöchern? Das ist der Heckpfad. Er eröffnet eine Welt, die man, in nicht einmal 5 km Entfernung vom Kölner Dom, kaum für möglich hält. Gleich am Anfang des Heckpfads steht ein handgemaltes Blechschild für Taxifahrer und Postboten, auf dem in bunten Farben ein Wegesystem und Hausnummern eingezeichnet sind. Ein Gewirr aus Häusern unterschiedlichster Machart, vom verputzten kleinen Kubus, wie man ihn als befestigte Schrebergartenlaube kennt bis zu Selbstbauvillen mit Riemchenverblendung und mediterraner Veranda unterscheidet sich so grundlegend von der gewohnten geschmacksneutralen, soliden mitteleuropäischen Bauweise, daß man das Gefühl hat, den Kulturkreis gewechselt zu haben. Die Umgebung ist das reinste Kinderparadies: Jede Menge Abenteuerspielplätze auf Wildwiesen, die die unterschiedlichsten Ursprünge haben: Die Fläche im Süden der Siedlung darf nicht bebaut werden, weil hier eines fernen Tages vielleicht doch noch mal die Verlängerung der äußeren Kanalstraße zum Niehler Ei gebaut werden soll, im Osten eine Mikrolandschaft aus Erdbuckeln, mit denen eine alte Hausmülldeponie überdeckt wurde, im Norden eine alte Kiesgrube, die mittlerweile eines der schönsten Kölner Naturschutzgebiete beherbegt, das bei Sonnenuntergang an afrikanische Savanne erinnert und mittendrin ein aufgegebener Acker, der die Siedlung in zwei Hälften teilt. Das ganze mutet ländlich an Nur die drei Punkthochhäuser, die einsam hinter der Verkehrsreservefläche in den weiten Himmel ragen, erinnern einen daran erinnern, wo man sich befindet.

"Ich wohne seit über 40 Jahren hier und wahrscheinlich wird man mich auch hier raustragen. Ich will nirgends anders wohnen, auch nicht in einer Etagenwohnung in der Stadt. Ich brauche die Freiheit und die Ruhe hier. Hier kann man tun und lassen, was man will. Das ist mir das wichtigste: die Natur, die Freiheit und die Ruhe. Der ganze Luxus, das brauche ich nicht. Einkaufen fahre ich mit dem Rad beim Globus auf der Neusserstr.. In die Stadt fahre ich nur ganz selten..........Lassen Sie mich mal überlegen..... zuletzt vor, ach Gott, zehn Jahre ist das schon her." Die 75-jährige Frau Arlt floh als 17-jährige mit ihrer Familie nach Luckenwalde bei Berlin, Von da einige Jahre später nach Westdeutschland, wo sie zunächst in der Nähe von Frankfurt in einem Sammellager unterkam und von da aus in den Westerwald zugeteilt wurde. Ihr Mann fand im Westerwald keine Arbeit. "Da ist er mit den letzten 10 Mark nach Köln gefahren und hat Arbeit bei Ford als Dreher gefunden. Da habe ich dann im Westerwald gewohnt und er zur Untermiete in einem der neuen Häuser in der Gartenstadt Nord. Später erfuhren wir dann vom Heckpfad und haben angefangen, hier zu bauen. Begonnen haben wir mit einem Fertigteilhaus, das in Teilen aus Norddeutschland geliefert wurde. Den Betonsockel mußten wir allerdings selber gießen. Das Haus war aus Holz. Später hat mein Mann das von außen ummauert und innen das Holz stehen lassen. Nach hinten raus haben wir nach und nach angebaut: eine Erweiterung des Wohnzimmers, das Bad, ein Gästezimmer und einen Abstellraum."
Das Haus hat heute ca. 60m2 Grundfläche. Das Grundstück hat ca. 300m2 Grundfläche und kostet 115,- Pacht/ Monat.
Im Garten hinter dem Haus wachsen Blumen und Gemüse. Im Vorgarten steht ein Schwan aus einem weiß lackierten Gummireifen.

Frau Arlts Nachbar Andreas wohnt seit 8 Jahren am Heckpfad. Andreas´ Freundin ist am Heckpfad aufgewachsen. Andreas hatte zunächst ein Häuschen ein paar Meter weiter, direkt an der Etzelstraße gekauft. Das hatte aber kaum Grundstück und das wenige war auch noch betoniert. Außerdem lag es direkt an der Straße. "Wenn ich schon hier wohne, will ich auch was von der Natur drum herum haben und auch ein bißchen Rasen vor der Tür, daß ich die Hunde laufen lassen kann."
Andreas ist einer der jüngeren Hausbesitzer am Heckpfad.
"Im Regelfall werden die Häuser zwischen Verwandten und Bekannten gehandelt, erst wenn aus der Siedlung keiner Interesse zeigt kommen die Häuser sozusagen auf den freien Markt. Das kommt nur selten vor, aber wenn, stehen direkt zehn auf der Matte. Das wird hier ja Wellblechcity genannt. Aber die selben Leute sagen, wenn Du hörst, daß was frei wird, sag´mir bescheid. Da sind die unterschiedlichsten Leute bei. Natürlich viele Handwerker, weil man ja alles selber machen muß, aber auch ein Arzt aus der Südstadt und städtische Angestellte." Er selber arbeitet als Leiter der Wurstproduktion einer großen Metzgerei in Rodenkirchen.
"Zu tun hat man hauptsächlich mit seinen direkten Nachbarn. Da hilft man sich auch gegenseitig bei den Bauarbeiten. Im Winter sieht man allerdings kaum jemanden, da verkriechen sich alle in ihren Löchern. Dafür ist es im Sommer ein Paradies."

Die Siedlung am Heckpfad ist eine der letzten sogenannten "wilden" Siedlungen auf Kölner Stadtgebiet. Hier wohnen ca. 300 Menschen in knapp 90 Häusern, die allesamt ohne Baugenehmigung errichtet wurden und auf Land stehen, das offiziell als Gartenland gepachtet ist. Bis in die 70er Jahre waren solche Siedlungen eine typische Erscheinung in Kölner Stadtrandlagen. Sie stammten entweder aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 20er Jahren, als die sogenannten Brüningschen Notstansverordnungen die unbürokratische Ansiedlung von Arbeitslosen am Stadtrand vorsahen- (so geschehen am Kalscheurer Weg in Zollstock) oder sie hatten ihre Ursprünge in der Wohnungsnot des zerstörten Nachkriegsköln, , als viele Familien von Bauern stadtnahes Land pachteten und sich auf ihren Parzellen provisorische Baracken errichteten. Nach und nach befestigten sie diese Baracken und bauten an. Die Stadtverwaltung duldete dies zunächst, weil es sie von der Aufgabe, diesen Familien Wohnraum zur Verfügung zu stellen, entlastete. Mit voranschreitendem Wiederaufbau des Wohnungsbestandes wurden die Bewohner der meisten dieser sogenannten "Indianersiedlungen" in städtische Sozialwohnungen umquartiert und die Siedlungen "eingeebnet".
Daß die Siedlung am Heckpfad die abriß- und modernisierungswütigen 60er und 70er Jahre überstanden hat, verdankt sie den komplizierten Eigentumsverhältnissen, die auf dem Gelände bestehen, (immerhin muß die Stadt hier mit 4 Grundbesitzern verhandeln) ihrer Größe - denn so ohne weiteres besorgt man nicht für rund 300 Bewohner neuen Wohnraum-, und ihrer Lage außerhalb des Gesichtsfeldes der Stadtentwicklungsplaner. Die 72-jährige Frau Weikinat: "Wir haben hier immer alles selber gemacht. Die Stadt hat sich um nichts gekümmert. Irgendwann traten in der Siedlung ein paar Fälle von Hirnhautentzündung auf. Die Stadt hatte die Befürchtung, daß das mit dem Grundwasser an dieser Stelle zu tun haben könnte, wegen des nahen Friedhofs. Daraufhin hat sie dann doch Wasser in die Siedlung gelegt. Vorher waren wir in Brunnengemeinschaften organisiert. Strom kam ein paar Jahre früher, da hatte sich der Herr Bürger von der SPD für eingesetzt. Jetzt soll auch Kanalisation kommen."

Noch in den ersten Jahren der Siedlung hatte nördlich des Heckpfads eine Ziegelei gestanden. 1952 kaufte ein Kiesunternehmer aus Weidenpesch die Ziegelei und ihre Ländereien auf. In einem Teil schürfte er Kies, den anderen, eine Lehmgrube, auf deren Grund die Ziegelei gestanden hatte, teilte er in Parzellen auf. Auf diese Parzellen dehnte sich die bereits vorhandene Siedlung aus, weshalb ein Großteil der Häuser heute in einer Senke steht. In Verbindung mit der niedrigen Bauweise führte das zu einer regelrechten Camouflage-Architektur, bei der die Teerpappenlandschaft der Dächer gleich dem Bodenniveau der umgebenden Wege und Felder ist.
Herr Heitner wohnt seit 1962 hier: " Die Kiesbagger waren ja direkt hinter unserem Garten. Da wollte ich einen fragen, ob er nicht mal zwei Stunden bei uns die Grube für einen Keller ausheben will. Aber meine Frau war dagegen, weil das verboten ist und weil sie sagte, daß wir nicht so viel investieren sollten, weil wir ja garnicht wüßten, wie lange das Haus überhaupt noch stehen darf. Offiziell waren das ja alles Behelfsheime und da darf man halt nicht unterkellern. Die Ziegelreste der Ziegelei haben wir auch für den Hausbau verwandt. Wenn wir hier im Garten was tiefer graben stoßen wir immernoch auf roten Ziegelschrott".

Das allgegenwärtige und in allen Maßstäben vorhandene Strukturelement der Siedlung Heckpfad und ihrer Umgebung ist das Patchwork. Diese Patchworkstruktur beginnt bei den Biografien der Bewohner, drückt sich aus in der Architektur und setzt sich fort in der näheren und weiteren Umgebung der Siedlung:
Zu den ersten Siedlern zählten viele Flüchtlinge aus Schlesien, Böhmen und Ostpreußen, die hier ihre gewohnte ländliche Lebensweise mit Arbeit in der Stadt verbinden konnten. Da sie in ihren, in der alten Heimat erlernten Berufen hier häufig keine Arbeit fanden, fingen sie als Ungelernte an und bastelten sich - im Laufe von Jahrzehnten - eine neue Identität. Dabei gab die Arbeit am eigenen Haus und Garten der neuen Lebenskonstruktion materielle Substanz. Die Ostflüchtlinge kamen von 1950 bis 1963. Sie stellten Mitte der 60er Jahre den größten Teil der Bewohner am Heckpfad. Dann folgten 10 Jahre, in denen die Siedlung nur langsam wuchs. Um 1975 kam dann eine neue Welle Siedler. Es waren zum großen Teil ehemalige Bewohner ähnlicher Siedlungen, die Ende der 60er Jahre - nach dem erwähnten Wiederaufbau des Wohnungsbestands - abgerissen worden waren. Sie hatten anschließend in den - an Stelle ihrer alten Siedlungen entstandenen - Sozialbauten gewohnt und waren nach einigen Jahren dort wieder ausgezogen. Das Komfortangebot mit Zentralheizung und Tiefgaragenstellplatz. hatte sie nicht überzeugt. Wie das berühmte gallische Dorf bot die Siedlung Heckpfad eine der letzten Möglichkeiten im Stadtgebiet zur Rückkehr in die alten Verhältnisse bzw. zur Wiederaufnahme eines Aneignungsprozesses, der ja gewaltsam abgebrochen worden war.

Die dritte Siedlerwelle setzte nach dem Fall der Mauer ein. Dabei waren es weniger Ostdeutsche, die hierher drängten, sondern die nun leeren öffentlichen Kassen verstärkten die Eigeninitiative sozial schwacher Familien auf der Suche nach familiengerechtem Wohnraum. Hierbei erinnerten sich viele, die hier Freunde oder Verwandte hatten, an den Heckpfad und entschieden sich für diese Möglichkeit.

Während die ersten Siedler hier ländliche Qualitäten und die Möglichkeit zur Selbstversorgung suchten, zählen für die zuletzt hinzugezogenen eher die Möglichkeit des Nebenerwerbs in Werkräumen, das gesellige Biertrinken beim Grillen im Garten und der Parkplatz vor der Tür. Allen gemeinsam ist, daß sie selber bauen und die materielle Substanz, die dieses selber Bauen ihren Lebensentwürfen gibt, höher bewerten als Komfort und Prestige möglicher Alternativen.

Die meisten Siedler haben mit kleinen Baracken angefangen und im Laufe der Jahre - wie es die Geldmittel ermöglichten und die wachsenden Familien es erforderten - immer weiter angebaut. Kreditaufnahme zum Bauen im großen Stil war und ist für diese Häuser wegen der besonderen Eigentumsverhältnisse nicht möglich. Damit die neuen Baumaßnahmen möglichst unbemerkt bleiben - und um den Heizaufwand in den kaum isolierten Gebäuden möglichst gering zu halten - wurden die Häuser möglichst niedrig gebaut. Von außen sind zwei Grundtypen von Bebauung auszumachen:
1. Auf viele einzelne Baukörper verteilte Wohnsitze, bei denen die sukzessiven Wohnraumerweiterungen mehr oder weniger frei auf dem Grundstück stehen. 2. Ausgedehnte "Fladen", bei denen versucht wurde, die Erweiterungen unter ein gemeinsames Dach mit der "Keimzelle" zu bringen. Bei den Anbauten wurde eine Verlängerung des Dachgefälles bis kurz vor den Punkt ausgereizt, an dem sich das größte Familienmitglied an der Regenrinne den Kopf stößt. Dann wurde das Dach entweder wieder hochgezogen, so daß eine Wellenlandschaft entsteht - oder es wurde doch noch an anderer Stelle auf dem Grundstück separat gebaut. Im Laufe der Jahre können auch diese separaten Teile natürlich wieder mit dem Mutterhaus zusammenwachsen, so daß es diverse Mischformen zwischen den beiden Typen gibt.
Auf einigen Grundstücken, die mal aus einer 30m2-Hütte und viel Garten zur Selbstversorgung bestanden, hat sich das Verhältnis auf diese Weise umgekehrt. Dort stehen jetzt 300m2 Wohnfläche zur Verfügung und geblieben sind 50m2 Garten, teilweise als steinerner Hof, häufig mit rundem Minipool.
Die Wohnungsgrundrisse sind aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte kompliziert und enthalten viele Durchgangsräume.
Die verschiedenen Grabungsniveaus der Ziegelei wurden von den Bewohnern in die schrittweise Überbauung ihrer Grundstücke übernommen, was zu ungewöhnlichen und reizvollen Terrassierungen führt.

Seit 50 Jahren ist diese Siedlung so etwas wie eine Insel im Wohlfahrtsstaat. Zwar gibt es auch hier Sozialhilfeempfänger und Langzeitarbeitslose, aber hier zu wohnen hat von jedem Bewohner Eigeninitiative und Risikobereitschaft gefordert, da hier jeder - erstens - für sein Haus hundertprozentig verantwortlich ist und - zweitens - nie weiß, ob der Pachtvertrag verlängert wird. Das heißt, hier waren - zumindest, was die Wohnverhältnisse Anging - sowohl der Wohlfahrtsstaat als auch das normalerweise mit Hausbau verbundene Prinzip der Wertsteigerung parallel zur Grundrente außer Kraft gesetzt. Diese Bedingungen zogen einen Menschenschlag an, für den Das, was für den bürgerlichen Mittelstand bei zunehmender Deregulierung einmal die Bedrohung der Möglichkeit des freien Falls werden könnte, stets eine Selbstverständlichkeit war.
Dabei herrscht hier eine Lebensqualität, die - so stadtnah und zu diesem Preis - nicht ihresgleichen hat. Die isolierte Lage und die lange Geschichte der Siedlung - sowie der Kontrast zwischen ihrem Image und ihren tatsächlichen Qualitäten - haben hier zur Bildung eines sozialen und architektonisch-räumlichen Gefüges geführt, das sich - relativ frei von den sonst bestimmenden Zwängen der Maximierung der Grundrente und der damit verbundenen Nivellierung sozialer Unterschiede durch Verdrängung - entwickeln konnte. Für die Bewohner dieser - in einem erweiterten Sinne "rechtsfreien" - Zonen ist dies mit ständigen Lern -und Kommunikationsprozessen verbunden.

Jetzt stehen grundsätzliche Veränderungen ins Haus, denn die Stadt Köln arbeitet an einem Bebauungsplan für den Heckpfad, der die vorhandene Siedlung unter Bestandsschutz stellen soll.
Die Bewohner betrachten die Änderung ihres Status´ durch den neuen Bebauungsplan mit gemischten Gefühlen. Einerseits gibt ihnen der neue Status eine gewisse Planungssicherheit für zukünftige Investitionen in ihre Häuser, andererseits wird ihr größtes Privileg - ihre Freiheit in der materiellen Gestaltung ihrer nächsten Lebenswelt - stark eingeschränkt. Um besser über die Absichten der Stadtverwaltung informiert zu sein, ist Herr Severin eigens in die SPD eingetreten: "Die Stadt hat gesagt, wenn wir Euch Bestandsschutz geben sollen, sorgt Ihr erstmal dafür, daß der Wildwuchs aufhört. Da hatten die natürlich ein Druckmittel. Wir haben den anderen Bewohnern das dann so weitergegeben, aber so ein paar Schamanen haben trotzdem weitergebaut. Gib´ ihm Steine, gib´ ihm Zement, ne Schubkarre Sand hier, ein Eimer Wasser da und dann Karacho!"
Herr Hoferichter vom Stadtplanungsamt: "Der Bebauungsplan macht so wenig Aussagen wie möglich - da sonst kaum eines dieser Häuser stehen bleiben dürfte - und so viele wie gerade nötig, um die vorhandene Bebauung auf eine Rechtsgrundlage zu stellen. Das kann im Einzelfall Umbaumaßnahmen oder Teilabbrüche bedeuten, aber das ist nicht das Ziel des Bebauungsplanes. Im wesentlichen legt der Bebauungsplan die Bebauungsdichte und die zulässige Geschoßzahl fest, die sich beide an der vorhandenen niedrigen Bebauung orientieren. Ein weiteres Problem ist die mit dem neuen Status verbundene Wertsteigerung des Bodens, die die Eigentümer des Geländes, das ja bisher offiziell nur als Gartenland verpachtet ist, zur Spekulation verführen könnte. Deshalb müssen wir sehr behutsam vorgehen........ Fürs erste haben wir einen totalen Baustop verhängt, den wir erstmals auch mit regelmäßigen Begehungen durchsetzen. Durch Auszug oder Tod eines Bewohners frei werdende Häuser werden versiegelt und müssen nachträglich genehmigt werden."

Die wilden Jahre sind also vorbei und damit auf Dauer wahrscheinlich auch die utopische Qualität dieser Siedlung, in der so vieles möglich war. Etwas verwunschen und mediterran wird sie wohl noch eine Weile bleiben. Hoffentlich eine ganze Weile.